Olga hat das drittbeste Examen in EINEM Semester
Der "Rote Faden" einer Klausur
Während meines Examens zum Diplom-Volkswirt in Freiburg sprach sich wie ein Lauffeuer herum, Olga hatte ihre schriftlichen Exames-Klausuren in EINEM Semester als Drittbeste abgeschlossen.
Ausgerechnet die schöne Olga...
Olga war schön, kein Zweifel. Rehbraune Augen und rehbraune Haarmähne, beides im Großformat. Glücklich jene Bücherseiten, die das Privileg genossen, von Olgas Augen betrachtet werden zu dürfen.
Aber Olga zum Mitschreiben einer Klausur zu bekommen, war stets Stress gewesen. Und jetzt das! Uns Jungmännern war sofort klar, da konnte etwas nicht stimmen.
Wer verfiele da nicht ins zweifelnde Grübeln: Schöne Frau? Super Noten? Schöne Frauen hatten wohl eher Möglichkeiten, die Otto Normastudent nicht so hatte...
Aufgrund meiner 2 Jahre Bundeswehr bis zum Leutnant der Reserve war ich der „Dienstälteste" der Clique. Außerdem wäre da ja mal „was" gewesen zwischen uns oder so ähnlich.
Schließlich waren wir beide von der Uni Bonn zur Uni Freiburg gewechselt. Also musste ich ran. Der Gesprächs-Gegenstand war ja subtil. Wie spricht man "so was" an?
Ausgestattet mit den besten Ratschlägen der Jungmännerwelt traf ich Olga morgens "zufällig" beim Bäcker um die Ecke.
Olga war erstaunt. War ich doch sonst immer erst ansprechbar, wenn der Nachrichtensprecher des Südwestfunks die Zeit ansagte: "Mahlzeit liebe Hausfrauen, guten Morgen liebe Studenten, es ist zwölf Uhr Mittag, die Nachrichten...!"
Ich lernte öfters nachts. Das schlechte Gewissen, kennt jeder. Meine Mutter pflegte zu sagen, am Abend wird der Faule fleißig. Nach Sonnenuntergang drückte die Sonne nicht mehr, dafür aber das schlechte Gewissen. Sie wissen schon.
Ich grapschte ein paar Blümchen im Vorbeigehen am Supermarkt. Olga sah mich etwas merkwürdig an, schloss dann die Wohnungstüre auf und ließ mich eintreten. Sie freute sich über die Blümchen. Aber ich wollte etwas von ihr, das war ihr nun klar.
"Was willste?" Klare Ansage. Das hatten wir nicht geübt. "Wie hast´n DAS geschafft?", platzte es aus mir heraus.
Das Grübchen rechts über dem blutroten Lippenstiftrotmund blitzte kurz auf. Wortlos stand sie auf und kam mit sechs Schuhkartons übereinander gestapelt zurück, den obersten unters Kinn geklemmt.
"Ihr habt wohl gedacht, ich habe mit den Assis der Lehrstühle gepennt?"
"Das habe ich nicht gesagt", versuchte ich mich zu rechtfertigen. "Aber gedacht habt ihr´s alle, stimmt´s?" Mir wurde es ziemlich rotwarm am Hals, im Gesicht und hinter den Ohren. Olga war nicht der Typ, das war klar! Das hatte sie einfach wirklich nicht nötig.
Das Rätsel wurde rätselhafter. Olga war immer so eine gaaanz liebe Olga gewesen. Holländische Reederstochter, Mutter Deutsche, aufgewachsen in Genua und Den Haag, Internat in der Schweiz, 2 Semester Fribourg/Schweiz, 4 Sprachen fließend. Wir hatten uns im Studium in Bonn kennengelernt.
ie war eine der schönsten je gesehenen Frauen. Ich kam aus einer Studentenkneippe und im gleichen Ment fuhr Olga mir fast über die Zehenspitzen. Ich dann in meinen (stolz wie Oskar) neuen Golf und hinter ihrem Cabrio hinterher bis fast auf den Venusber (der heißt wirklich so), wo Sie unterm Dach wohnte.
Wir waren gemeinsam nach Freiburg i. Breisgau gewechselt - auf ihre Initiative. Freiburg war wesenlich schöner als das mit Bundesregierungs-Beamten vollgestopfte Bonn damals.
Olga war aus bestem Stall, ihre Herkunft vom Allerfeinsten. Akzentfreies Deutsch. „Puh", mir war immer noch warm.
In der Disco mit Olga unterwegs hatte mir zuverlässig höchstes Neid-Rating gebracht bei den Kumpels, ein Tripel AAA auf dem Markt. Und jetzt das! Da war jetzt dieses Selbstbewusstsein!
Gestern noch der Größte bei Olga, kam ich mir jetzt ziemlich klein vor. Olga öffnete einen Schuhkarton und warf mir einen Packen Karteikarten, zusammengehalten von einem fetten roten Einmachgummiring, in den Schoß. Ich löste den Gummiring und schaute auf den Schlüssel zum Klausurvorbereitungs-Paradies.
Ich erkannte Inhalte eines Vorlesungsskriptes, irgendwie logisch graphisch herunter gebrochen dargestellt. Durch das grafische Runterbrechen war die logische Folgerichtigkeit auf den ersten Blick echt total einleuchtend. Top-down und bottom-up-Methode. Wie die Software-Programmierung.
Eine sehr klare, sehr schlüssige Beweisführung, zwingend logisch überzeugend dargestellt. Machte Sinn, auf den ersten Blick war alles da in logischer Folgerichtigkeit.
Ich überflog eine Karteikarte nach der anderen. Ich versank in die Darstellung der Zusammenhänge. Der "Rote Faden" des Skriptes war deutlich sichtbar. Wow!
Mit den logischen Häppchen auf den postkartengroßen Karteikarten löffelte ich den Stoff in logischer Folgerichtigkeit in mich hinein wie Suppe mit dem Löffel.
Wie Perlen auf einer Schnur war die innere Logik des Stoffes deutlich sichtbar auf einer Karteikartenseite, dabei kein Umdrehen der Karteikarte nötig, damit keine Unterbrechung des Gedankengangs, der laufende Gedankenfluss nicht unterbrochen, da alles nur immer auf einer Seite. Und das dann im Fluß laut dem Schrank erzählen.
Ich erkannte auf EINEN Blick, worum es ging. So simpelmässig logisch war mir der ganze "Theoriequatsch" noch nie untergekommen. Sogar Gesetzes-Paragraphen waren in "brutalster Einfachheit" im Gedankenfluss hintereinander logisch dargestellt.
"Frag mich was!" Olga lächelte, sah mich auffordernd selbstbewusst an, das Grübchen schräg über dem dunkelroten Lippenstiftmund. Es war wie immer ein Gedicht, sie anzuschauen. Eine schöne Frau wie gemalt. "Hrrr...hm", räusperte ich mich und konzentrierte mich wieder auf die Karteikarten mit dem Lernstoff.
Etwas stimmte hier ganz und gar nicht! Ich war ziemlich durcheinander. Unsere ganzen vorher zurecht gelegten Strategien und Diskussionen? Alles Quatsch. Das hier hatte niemand vorausgesehen. Das war voll ehrlich, ohne Netz und doppelten Boden.
"Also, ich erklär Dir kurz, was auf den ersten 20 Karten steht. Du kontrollierst, o. k.?" Sie legte los, erklärte den Stoff, aber nicht auswendig herunter, sondern im Plauderton, sehr überzeugend. Ich war echt baff. Sie beherrschte diese Fachsprache, diese Nomenklatur.
Diese Frau wusste genau, wovon sie redete. Die Fachsprachen (das Fachchinesisch, auch Nomenklatur genannt) beherrschte sie perfekt.
Sie "dachte" und redete flüssig in der Fachsprache. So wie ich heute in Englisch "denke", wenn ich Englisch fließend ohne jegliches Nachdenken spreche nach vielen Aufenthalten in England und USA.
Mir war vorher nie bewußt gewesen, dass ich für mein Studium und das Examen etwa 25 Fächer sprich 25 verschiedene Fachsprachen/Nomenklaturen sprechen und schreiben können mußte.
Früh im Studium hatte ich wie viele Studenten oft vergeblich versucht, das "Fachchinesich" in die deutsche Sprache zu "übersetzen", oder auswendig zu lernen. Gut, dass ich das nie konnte.
Aber wo war meine "niedliche" Olga geblieben? Die Olga, die da jetzt vor mir saß, hatte den Bogen raus. Da saß eine Wissenschaftlerin vor mir, die klar ansagte, wo´s lang ging. Das war keine "allerliebst-niedliche" Olga mehr.
Jetzt war sie es, die mit mir spielte wie die Katze mit dem Wollknäuel. Aber egal, ich wollte diese Einfachheit, diese Methode beherrschen lernen.
Mir wurde klar, dass wir Menschen viel zu kompliziert denken, wenn wir keine stringent funktionierende Methode haben. Wir graben uns schneller in Details ein, als wir wieder uns ausgraben könnten.
Diese äußerst direkte "Denke" wollte ich auch haben, diese strukturierte Einfachheit.
Allein schon Olgas Art, wie sie sich geistig locker-flüssig ohne Nachdenken im Studienfach mit der Fachsprache bewegte, so argumentativ selbstverständlich, das hatte echte Klasse. Sie dachte und sprach die Fachsprache.
Und wie hatte sie den Stoff so schnell gelernt? An Schule und Uni suchte man sowas vergeblich.
Hierzu sagte ein Freund: "Wenn ich etwas schnell vergessen will, brauche ich nur versuchen, mir es zu merken, dann ist es mit Sicherheit weg."
Diese logisch-stringente von "A nach B"- Denke wollte ich können. Sowas hatte ich schon in der Schulzeit gesucht!
Wie sich das Folgende aus dem Vorhergehenden zwangsläufig logisch ergibt. Ich hatte immer versucht, mir "alles zu merken", aber das Meiste natürlich wieder sofort vergessen.
Ich las und las und schon am Abend wusste ich nicht mehr, was ich gelesen hatte und was nicht. Wenn ich einen Text las, wollte ich die Quintessenz des Gelesenen im Kopf und nicht meine Wohnung superordentlich aufgeräumt.
Ich verlor schnell die Lust, wenn ich alles fünfmal lesen musste und trotzdem nicht so ganz richtig verstanden hatte. Aufwand und Ergebnis standen in keinem Verhältnis, die Lernmotivation war schnell im Keller! Selten machte es Spaß, meistens war es Quälerei.
Olga erzählte mir bereitwillig, wie sie vorher alles immer aufgeschoben habe. Aufschieberitis ("Morgen, morgen, morgen fange ich an ...") sei ihre größte Krankheit gewesen.
Und Ablenkungen: "Die Wohnung war nie so aufgeräumt, die Badewanne nie so sauber geputzt, die Blumen nie so oft gegossen (die armen Blumen), die Telefonrechnung nie so hoch."
Alles das war kein Thema mehr!
Ich erlernte die Anfänge der Methode von Olga. Dann schaffte ich in einer Woche so viel Stoff, wofür ich vorher 6 Wochen vertan hatte. Im Mündlichen wusste ich dann alle Fragen zu beantworten in den Fächern, auf die ich mich mit der Methode vorbereitet hatte.
Wie sagte neulich ein Student: "Da lese ich so drei Seiten, habe aber weder den Inhalt noch sonst was richtig kapiert". Ohne diese Methode konnte ich "nie gelernte" Probleme nicht lösen.
Echte Wissensaneignung aus wissenschaftlichen Texten funktioniert nur mit einer Methode, die einen quasi "zwingt", dass Buch oder Skript wirklich zu verstehen.
Die Lernmethode muss zwingen, den Lernstoff zu kapieren - zu begreifen, geistig zu erfassen, was wirklich Sache ist, um den Stoff zu können, anzuwenden und so Klausuren besser zu bestehen.
Ein Student in Jura zum Beispiel hat rund 25 verschiedene Fachsprachen wie BGB, Strafrecht usw.
In Medizin, Maschinenbau, Pharmazie oder Physik ist es nicht anders.
Man muss in diesen Fachsprachen einen möglichst großen aktiven Wortschatz aufbauen, also sie fließend sprechen und schreiben können.
Ich hatte bisher immer nur passiven Wortschatz gelernt: Also in der Vorlesung gehört und in der Bibliothek gelesen.
Aber die Klausur verlangte Schreiben und das Mündliche sprechen. Das war der alles entscheidende Unterschied. Das war mir jetzt klar geworden. Ich kam mir wie ein Volldepp vor.
Die Noten bekam ich fürs Sprechen und Schreiben, nicht für Hören und Lesen. Nur was ich aufs Papier geschrieben hatte in der Klausur, konnte vom Korrektor auch benotet werden.
Wie hatte ich das übersehen können? Es war doch so offenkundig gewesen die ganze Schul- und Unizeit, direkt vor meinen Augen. Wieso hatte ich das nicht geblickt? Olga grinste mich an wie ein zugegebenermaßen bildschönes Honigkuchenpferd.
Mein Stolz hatte einen entscheidenden Schlag bekommen. Ich hatte für meine Überheblichkeit einen hohen Preis bezahlt. Das schlimmste wardie vielle verlorene Zeit. Mal sehen, ob ich mich mit der Methode fürs Mündliche noch verbessern konnte. Das war jetzt die Herausforderung, meinen Passiv-Wortschatz in Aktiv-Wortschatz umwandeln (auf gut Deutsche sprechen und schreiben können, ohne auch nur eine Sekunde nachdenken zu müssen, also "drauf" haben in den Klausuren und im Mündlichen). Für die kurze Zeit eine echte Herausforderung. Mal sehen. Aber es klappte. Selbst noch relativ kurz vor der Prüfung.
Ich habe mich darauf spezialisiert, Anderen in Schule, Studium und im Beruf zu helfen. Ganze Buch- oder Skript-Inhalte in den Kopf für jeden Studierenden. Das hat schon vielen sehr geholfen! Die Lernmethode wenden Sie nach dem Coaching auf Ihr eigenen Bücher/Skripten an.
Ab mindestens 24 Stunden vorher keinen Alkohol, 6 Wochen vorher keine Arzneimittel oder Drogen.
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Diplom-Volkswirt Hubertus Busse München
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